Sehenswürdigkeit der Region Woiwodschaft Łódź

Der Źródliska-Park in Łódź — ältester Park der Stadt mit Palmenhaus

Siebzehn Hektar alter Eichen östlich der Innenstadt, 1840 auf quelligem, feuchtem Grund angelegt. Die eine Hälfte ist ein Spazierpark mit Teichen und Palmenhaus, die andere der einstige Privatgarten des Textilfabrikanten Karl Scheibler an seinem Palais.

fot. HuBar, CC BY-SA 2.5 · Wikimedia Commons

Ein Quellwald wird Stadtpark

Der Name verrät die Herkunft: źródło heißt Quelle, und genau darauf wurde der Park 1840 angelegt — auf feuchtem, quelligem Gelände am damaligen Ostrand der Stadt. In den 1860er Jahren nannten die deutschsprachigen Bewohner ihn schlicht Kwela-Park, abgeleitet von „Quell”. Bis 1875 war er die einzige städtische Grünanlage von Łódź, einer Textilstadt, die in wenigen Jahrzehnten vom Dorf zur Großstadt wuchs.

Anfangs gab es nur zwei sich kreuzende Alleen; Bänke, Brücken, zwei Lauben und einen angestellten Gärtner kamen Ende der 1840er Jahre hinzu. Der waldartige Charakter blieb erhalten, und die rund dreihundert Jahre alten Eichen stehen heute als Naturdenkmale unter Schutz — sie sind deutlich älter als der Park selbst.

Die heutigen 17,2 Hektar liegen zwischen den Straßen Przędzalniana, Fabryczna und Targowa und der Aleja Piłsudskiego, wenige Gehminuten von der Arbeitersiedlung Księży Młyn entfernt.

Stadt und Fabrikant teilen sich den Garten

In den 1850er Jahren wurde die Anlage geteilt und die Westhälfte an Karl Wilhelm Scheibler verkauft, den größten Baumwollfabrikanten der Stadt. Er legte dort einen privaten Garten an seinem Palais am damaligen Wassermarkt an. Die Osthälfte, das heutige Źródliska I, blieb städtisch und wurde zeitweise verpachtet.

Am Nordrand unterhielt die Schützengilde bis 1905 einen Schießstand; ihr Wettkampf um den Titel des Schützenkönigs fand jährlich um Pfingsten statt. Ende der 1880er Jahre pachtete Scheibler selbst den städtischen Teil — damals wurden die Bäume erstmals inventarisiert und eine Musikbühne errichtet. 1892 fand hier die erste Gartenbauausstellung der Stadt statt, für die zwanzig Pavillons gebaut wurden.

1906 lief Scheiblers Vertrag aus, die Stadt zäunte den Park neu ein. Das heutige Wegenetz geht auf zwei Umgestaltungen zurück: Anfang der 1920er Jahre nach dem Entwurf von Edward Ciszkiewicz mit Teich, botanischem Gärtchen und Spielplatz, und in den 1930er Jahren durch Stefan Rogowicz, der im Norden Blumenparterres anlegte. Der Krieg kostete den Park viele Bäume und den gesamten Zaun; der westliche Teil wurde den Bewohnern erst 1947 geöffnet.

Palmen, älter als ihr Glashaus

Das Palmenhaus ist seit 1956 zugänglich, doch die Pflanzen darin kamen viel früher in die Stadt. Die ältesten stammen aus den Orangerien der Fabrikanten und Beamten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Weitere kamen 1914 hinzu: Zarenbeamte gaben ihre Kübelpflanzen auf der Flucht vor der deutschen Armee in den städtischen Gewächshäusern in Obhut und holten sie nie wieder ab.

Die ältesten Palmen sind heute an die hundertfünfzig Jahre alt. Der Glasbau besteht aus drei Pavillons mit unterschiedlichem Klima, sodass Pflanzen mit verschiedenen Ansprüchen getrennt wachsen. Betreut wird die Sammlung vom Botanischen Garten Łódź; der Eingang liegt an der Aleja Piłsudskiego.

Worauf man achten sollte

  • Drei Teiche — der größte mit einer Insel, im landschaftlich gestalteten Teil Źródliska I
  • Denkmaleichen — in beiden Parkhälften, die ältesten aus der Zeit vor der Industriestadt
  • Musikbühne und Gärtnerhaus — Spuren des Parks der Zwischenkriegszeit
  • Schachtische — am Platz mit Blumenbeet und Skulptur, seit Jahrzehnten in Gebrauch
  • Grotte mit Aussichtsterrasse, Brunnen und Laube — in Scheiblers einstigem Privatgarten
  • Scheiblers Palais — seit 1986 Museum der Kinematografie, es schließt den Park im Westen ab

Denkmalschutz

Der Park steht seit dem 6. Dezember 1984 unter Denkmalschutz (Registernummer A/303). Seit 2015 liegt er außerdem im Gebiet des Geschichtsdenkmals „Łódź — multikulturelle Landschaft einer Industriestadt”, das der polnische Präsident am 16. Februar jenes Jahres anerkannte; zum selben Eintrag gehören Księży Młyn und Scheiblers Palais.

Im Dezember 2007 gewann die Anlage einen von Briggs & Stratton ausgeschriebenen Wettbewerb als schönster Park Polens und erreichte europaweit den fünften Platz.

Anfahrt

  • Zu Fuß — von der Piotrkowska die Aleja Piłsudskiego nach Osten, etwa eine Viertelstunde
  • Straßenbahn — die Linien auf der Aleja Piłsudskiego halten an der Przędzalniana, von dort sind es wenige Minuten
  • Auto — Zufahrt über Przędzalniana oder Fabryczna; rund um den Park gilt die städtische Parkzone
  • Gleich daneben — Księży Młyn und das Museum der Kinematografie, gut an einem Nachmittag zu verbinden

Praktische Hinweise

Die beiden Parkhälften wirken sehr unterschiedlich: Źródliska I ist ein Spazierpark mit Teichen und Wiesen, Źródliska II eher ein Residenzgarten mit fremden Baumarten, die Scheibler pflanzen ließ. Für einen Rundgang genügt eine Stunde, mit Palmenhaus und Museum wird ein halber Tag daraus.

Das Gelände ist überwiegend flach und die Wege sind befestigt, nach längerem Regen aber feucht — das Wasser, das dem Park den Namen gab, ist nicht verschwunden. Am schönsten ist der Herbst, wenn sich die alten Eichen am Teich nacheinander verfärben.

Anreise und praktische Infos

Lage
Łódź, zwischen Przędzalniana, Fabryczna, Targowa und Aleja Piłsudskiego, neben Księży Młyn
Fläche
17,2 Hektar, geteilt in Źródliska I (Osten) und Źródliska II (Westen)
Angelegt
1840; bis 1875 der einzige Stadtpark von Łódź
Sehenswert
Palmenhaus, drei Teiche mit Insel, Denkmaleichen, Musikbühne, Grotte mit Terrasse, Scheiblers Palais mit Filmmuseum
Schutzstatus
Denkmalregister Nr. A/303 vom 6. Dezember 1984; im Gebiet des Geschichtsdenkmals „Łódź — multikulturelle Landschaft einer Industriestadt” vom 16. Februar 2015
Dauer
eine Stunde für den Park, ein halber Tag mit Palmenhaus und Museum
Eintritt
Park frei zugänglich, Palmenhaus mit Ticket
Mapa: Google Maps · 51.7590, 19.4783

Wann am besten

Frühling

Die alten Eichen treiben spät aus, deshalb bleibt der Park lange licht und durchsichtig. Im Norden beginnen die Blumenparterres zu blühen.

Sommer

Der alte Baumbestand gibt dichten Schatten — an heißen Tagen einer der kühlsten Orte der Innenstadt. An Wochenenden ist es am Teich voll.

Herbst

Die beste Zeit: einheimische Eichen und die exotischen Arten aus Scheiblers Garten verfärben sich unterschiedlich schnell, der Park wechselt wochenlang die Farben.

Winter

Ohne Laub treten Wegeführung und die Fassade des Palais hervor. Dann ist das Palmenhaus der eigentliche Grund für einen Besuch.

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Entfernungen in Luftlinie ab „Źródliska-Park" — aus echten Koordinaten berechnet. Auf der Straße oft länger.

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