Woiwodschaft Großpolen — Wiege Polens und achthundert Seen.
Die Landschaft, in der Polen entstanden ist: der Dom von Gnesen mit fünf Königskrönungen, die Insel im Lednica-See mit ihren Taufbecken und der Posener Dominsel. Abseits des Piastenwegs eine sanfte, wasserreiche Gegend mit Gletscherseen, zwei Nationalparks und weiten Feldern.
Was Sie vor der Reise wissen sollten
Großpolen (Wielkopolska) umfasst 29 827 km² und ist nach Masowien die zweitgrößte Woiwodschaft Polens; hier leben knapp 3,5 Millionen Menschen. In ihren heutigen Grenzen besteht die Region seit dem 1. Januar 1999. Hauptstadt ist Posen (Poznań), die einzige Großstadt über einer halben Million Einwohner; es folgen Kalisch, Konin, Schneidemühl (Piła), Ostrowo, Gnesen und Lissa. Das Relief ist ausgesprochen flach — die höchste Erhebung, die Kobyla Góra, erreicht 284 Meter. Alles ordnet sich der Warthe unter, die 88 Prozent der Fläche entwässert. Wald bedeckt knapp 26 Prozent, das Bild prägen also Felder.
Für deutsche Besucher hat die Region eine doppelte Geschichte. Zwischen 1815 und 1918 gehörte sie als Provinz Posen zu Preußen, was sich an Bahnhöfen, Wasserwerken und der wilhelminischen Bebauung von Posen noch heute ablesen lässt. Viel älter ist die polnische Schicht: In Gnesen (Gniezno) steht die Erzkathedrale, deren gotischer Bau 1342 begonnen wurde; fünf Herrscher wurden hier gekrönt, von Bolesław dem Tapferen im Jahr 1025 bis zu Wenzel II. von Böhmen im Jahr 1300. In der Südvorhalle hängt die Gnesener Bronzetür aus der Zeit um 1175 mit Szenen aus dem Leben des heiligen Adalbert von Prag, dessen Reliquien im Chor in einem Schrein von 1662 ruhen. In Posen liegt auf der Dominsel die älteste Kathedrale Polens mit den symbolischen Gräbern der ersten Piastenherrscher; der historische Stadtkern ist seit 2008 nationales Geschichtsdenkmal, und am Renaissance-Rathaus stoßen mittags zwei mechanische Ziegenböcke die Köpfe zusammen.
Der rätselhafteste Ort der Region liegt im Wasser. Ostrów Lednicki, die größte von fünf Inseln im Lednica-See, birgt die Fundamente einer Pfalz und einer Kapelle, in deren Boden zwei Becken eingelassen sind — sehr wahrscheinlich Taufbecken. Damit gilt die Insel als einer der möglichen Orte der Taufe Mieszkos I. im Jahr 966. Die Burg bestand bis 1038, als der Zug des Böhmenherzogs Břetislav I. sie zerstörte. Heute setzt ein Boot über, betreut wird die Insel vom Museum der ersten Piasten, das seit 1969 arbeitet. Gnesen, Posen, Giecz und die Insel verbindet der Piastenweg, der auch in die Nachbarwoiwodschaft nach Kruszwica, Strzelno und Biskupin führt.
Die zweite Schicht sind Herrenhäuser, in Großpolen fast immer mit einer Bibliothek oder Sammlung verbunden. Schloss Kórnik geht auf einen Zimmermannsvertrag von 1426 zurück; seine heutige Gestalt im englischen Neugotikstil gab ihm im 19. Jahrhundert Tytus Działyński, der dafür unter anderem einen Entwurf von Karl Friedrich Schinkel nutzte. Die dort gesammelten Handschriften und Frühdrucke bilden heute die Bibliothek der Polnischen Akademie der Wissenschaften; im Inneren führt der Weg durch den maurischen Saal nach dem Vorbild der Alhambra. Seit 2011 ist die Anlage Geschichtsdenkmal. Wenige Kilometer weiter steht Rogalin: ein Palast von 1770 bis 1776 für Kazimierz Raczyński, eine Galerie von 1910 mit rund 250 Gemälden und ein Park mit den Eichen von Rogalin, deren drei berühmteste Lech, Czech und Rus heißen.
Naturräumlich lebt die Region von Wasser und Gletscherspuren. Der Großpolnische Nationalpark, 1957 auf 7584 Hektar südlich von Posen eingerichtet, ist ein Lehrbuch der Glaziallandschaft: Moränen, Oser, Drumlins und Rinnenseen, voran der Góreckie-See mit einer Ruine auf der Schlossinsel. Ein Stück des Drawa-Nationalparks reicht ebenfalls in die Woiwodschaft. In den Seenplatten zählt man etwa 800 Seen; der größte, der Powidzkie-See, ist gut zehn Quadratkilometer groß und ein Segelrevier. Im Norden Posens liegt im Reservat Meteorit Morasko von 1976 eine Gruppe von sechs Einschlagkratern, der größte rund 90 Meter weit und über 11 Meter tief; 2012 wurde hier mit 261 Kilogramm der größte Meteorit Polens gefunden. Im Süden beruft sich Kalisch auf Kalisia aus der Karte des Ptolemäus und auf die Bernsteinstraße.
Diese Orte sollten Sie nicht verpassen
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Nationalpark Großpolen
Rinnenseen, Ose und Findlinge eine Viertelstunde vor Posen. Der Góreckie-See mit einer Schlossruine auf der Insel und der Försterstein.
Mehr lesen →Abteikirche Mariä Geburt in Lubiń
Benediktiner-Abteikirche in Lubiń: romanisches Mauerwerk in den unteren Partien, barocke Ausstattung der 1730er Jahre, Geschichtsdenkmal.
Mehr lesen →Dom zu Gniezno
Erzkathedrale mit dem Grab des heiligen Adalbert, der romanischen Bronzetür und einem Kranz von vierzehn Kapellen.
Mehr lesen →Kloster Ląd an der Warthe
Ehemalige Zisterzienserabtei an der Warthe mit barocker Kirche, Kuppel von Pompeo Ferrari und gotischer Malerei im Jakobus-Oratorium.
Mehr lesen →Ostrów Lednicki
Insel im Lednica-See mit den Resten der Piastenpfalz, einer Taufkapelle und dem Burgwall. Polnisches Geschichtsdenkmal.
Mehr lesen →Schloss Kórnik
Neugotisches Schloss der Familien Działyński und Zamoyski mit Museum, Bibliothek der Polnischen Akademie der Wissenschaften und berühmtem Arboretum.
Mehr lesen →Mariä-Empfängnis-Basilika auf dem Heiligen Berg
Barocke Wallfahrtsbasilika mit mächtiger Kuppel und Oratorianerkloster auf dem Heiligen Berg bei Gostyń in Großpolen.
Mehr lesen →Betreiben Sie eine Unterkunft in der Woiwodschaft Großpolen?
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Die beste Zeit für den Piastenweg — alles geöffnet, noch wenige Reisebusse. In Kórnik treibt das Arboretum am Schloss aus, das größte und älteste Polens.
Seenzeit: Powidz, die Warthestauseen, Kanutouren auf Wełna und Gwda. Im Großpolnischen Nationalpark wird es an Wochenenden eng, er ist der Stadtwald von Posen.
September und Oktober sind die ausgeglichenste Zeit — warme Tage, klare Luft über den Seen, die Eichen von Rogalin in Farbe. Gute Museumssaison.
Das Programm verlagert sich nach innen: Kathedralen, Museen, Schloss Kórnik. Kleinere Objekte am Piastenweg sind nur eingeschränkt zugänglich — vorher nachfragen.
Anreise und Wissenswertes
- Anreise
- Autobahn A2 von Berlin über Świecko nach Posen, S5 von Breslau Richtung Bromberg, S11 von Süden; Fernzüge nach Posen, Flughafen Poznań-Ławica
- Standquartier
- Posen für Piastenweg, Kórnik, Rogalin und Nationalpark; Gnesen für Lednica und Giecz; Konin für die Seen um Powidz
- Beste Zeit
- Mai bis Juni und September bis Oktober; Juli und August an den Seen
- Piastenweg
- Mit dem Auto deutlich bequemer — die Objekte liegen in kleinen Orten, nach Ostrów Lednicki fährt ein Boot
- Charakter der Region
- Flach, gut für Radtouren, außerhalb von Posen ohne Gedränge; zwischen den Sehenswürdigkeiten 30 bis 60 km
- Aktuelle Öffnungszeiten und Tickets
- Portal der Woiwodschaft Großpolen und die Seiten der einzelnen Museen und Parks
Wie weit zu den Sehenswürdigkeiten
Ungefähre Entfernungen (Luftlinie) vom Zentrum Woiwodschaft Großpolen — aus echten Koordinaten berechnet. Auf der Straße ist es oft weiter.
- Schloss Kórnik
- ~14 km vom Zentrum Woiwodschaft Großpolen (Luftlinie)
- Ostrów Lednicki
- ~24 km vom Zentrum Woiwodschaft Großpolen (Luftlinie)
- Nationalpark Großpolen
- ~29 km vom Zentrum Woiwodschaft Großpolen (Luftlinie)
- Dom zu Gniezno
- ~33 km vom Zentrum Woiwodschaft Großpolen (Luftlinie)
- Abteikirche Mariä Geburt in Lubiń
- ~47 km vom Zentrum Woiwodschaft Großpolen (Luftlinie)
- Kloster Ląd an der Warthe
- ~48 km vom Zentrum Woiwodschaft Großpolen (Luftlinie)
- Mariä-Empfängnis-Basilika auf dem Heiligen Berg
- ~52 km vom Zentrum Woiwodschaft Großpolen (Luftlinie)
Wo liegt Woiwodschaft Großpolen
Häufige Fragen — Woiwodschaft Großpolen
Was lohnt sich in der Woiwodschaft Großpolen zu sehen?
Wo findet man eine Unterkunft in der Woiwodschaft Großpolen?
Was kostet eine Unterkunft in der Woiwodschaft Großpolen?
Woiwodschaft Großpolen — wie reist man am besten an?
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