Sehenswürdigkeit der Region Woiwodschaft Schlesien

Die Parks unterhalb von Jasna Góra in Tschenstochau

Wer in Częstochowa (Tschenstochau) zum Kloster hinaufgeht, durchquert zwangsläufig einen alten Baumbestand, der die Innenstadt vom Klosterberg trennt. Es sind zwei Parks aus dem 19. Jahrhundert, 1908 für eine große Landesausstellung umgestaltet — einige ihrer Pavillons stehen noch.

fot. Frees, CC0 · Wikimedia Commons

Zwei Parks, eine Allee

Der Grünzug unterhalb des Klosters besteht aus zwei getrennten Anlagen. Südlich der Henryk-Sienkiewicz-Allee liegt der Stanisław-Staszic-Park mit knapp fünfeinhalb Hektar, nördlich davon der Park 3. Mai, einen Hektar größer. Mit der Allee dazwischen umfasst das Ensemble 11,8 Hektar.

Das Gelände liegt am Osthang des Klosterbergs, zwischen 260 und 280 Metern über dem Meer, sodass der Weg zum Kloster nur sanft ansteigt. Beide Parks folgen demselben Gestaltungsprinzip: ein breiter Hauptweg verläuft diagonal, von ihm zweigen schmale Pfade zu den Pavillons, zum Teich, zu Spielplätzen und Bankplätzen ab.

Die Sienkiewicz-Allee verlängert die zentrale Marienallee bis zum Klosterberg und ist auf ihrer ganzen Länge autofrei. An ihr stehen Denkmäler für den 1984 ermordeten Priester Jerzy Popiełuszko und für den Unbekannten Soldaten. Begrenzt werden die Parks von den Straßen 3 Maja, Popiełuszki, Pułaskiego und 7 Kamienic.

Vom Stadtgarten zur Landesausstellung

Die Fläche wurde schon reserviert, als Ingenieur Jan Bernhard zwischen 1819 und 1826 die Marienallee anlegte und damit Alt- und Neu-Tschenstochau zu einer Stadt verband. Den Beschluss, hier einen Stadtgarten einzurichten, fasste die Stadt 1843. Gepflanzt wurde ab 1844 — rund 1.400 Bäume — und 1847 waren die Arbeiten abgeschlossen.

Das heutige Wegenetz geht allerdings auf ein späteres Ereignis zurück. 1909 fand in Tschenstochau die Industrie- und Landwirtschaftsausstellung statt, die größte Schau dieser Art im damaligen Königreich Polen. Ein Jahr zuvor plante Franciszek Szanior, Stadtgärtner von Warschau, die verwahrlosten Parks neu. Viele alte Bäume fielen, nur die wertvollsten blieben; dafür entstanden Ausstellungspavillons und neue Wege.

Nach 1918 wurden mehrere Ausstellungsbauten abgerissen, und die Parks erhielten ihre heutigen Namen. In der Nachkriegszeit verfielen sie, die Wege wurden asphaltiert. Von 2006 bis 2008 folgte eine grundlegende Sanierung: am 19. Februar 2008 wurden die Parks wiedereröffnet, mit Wegen aus Granit, Holz und Kies, zwei Spielplätzen, Schachtischen und Springbrunnen im etwa 1.600 Quadratmeter großen Teich.

Die Pavillons von 1909

Die Ausstellungspavillons entwarfen damals führende Warschauer Architekten, darunter Czesław Przybylski und Konstanty Jakimowicz. Vier davon stehen im Staszic-Park und werden heute vom Stadtmuseum Tschenstochau betreut.

Der ethnographische Pavillon aus Kalkstein, ein Bau Jakimowicz', zeigt Volksgewerbe. Das Bauerngehöft stammt von Zdzisław Kalinowski und Czesław Przybylski. Der frühere Pavillon des Hygienemuseums von Brunon Paprocki beherbergte ab 1932 fünfunddreißig Jahre lang das Regionalmuseum und dient heute Wechselausstellungen. Dazu kommt das ehemalige Observatorium.

Für Sommerkonzerte gibt es eine Gartenlaube. Die Pavillons wurden nach und nach saniert: das Gehöft 2003 bis 2006, der ethnographische Pavillon 2005 bis 2007.

Ein Bergwerk unter den Wegen

Die größte Überraschung liegt unter der Erde. Das Museum des Eisenerzbergbaus besteht aus Stollen, die zwischen 1974 und 1976 zwischen zwei Pavillons angelegt wurden und alte Erzgruben nachbilden — Eisenerz wurde in der Gegend von Tschenstochau jahrhundertelang gefördert. Maschinen und Ausbau stammen aus der stillgelegten Grube Szczekaczka. Nach der Sanierung wurde die Ausstellung am 15. Mai 2008 wiedereröffnet.

Das 1909 für eine Aktiengesellschaft aus Zawiercie errichtete Gebäude entwarf Władysław Jabłoński. 1923 übernahm es der Priester und Astronom Bonawentura Metler und richtete darin ein Observatorium ein, das Ende der 1920er-Jahre den Betrieb aufnahm. Seit dem 5. Juni 2010 ist darin das Bildungszentrum „Zodiak“ untergebracht, das die astronomische Tradition weiterführt.

Skulpturen und alte Bäume

Die Parks sind auch eine Freiluftgalerie. Im Park 3. Mai steht das Denkmal für den Komponisten Stanisław Moniuszko von Stefan Policiński, 1958 enthüllt; sein Granitsockel stammt von einem früheren Denkmal für Kazimierz Pułaski. Pułaski selbst hat im Staszic-Park eine Büste von Jerzy Kędziora aus dem Jahr 1994 — die erste von 1929 zerstörten die Deutschen während der Besatzung.

Die Staszic-Büste entstand 1974 nach einem Entwurf von Paweł Maliński aus dem Jahr 1826. Von 1911 stammt die Figur eines sitzenden Mädchens von Władysław Rudlicki. Die Sonnenuhr wurde aus dem schwarzen Granit des Denkmals für Zar Alexander II. gebaut, das von 1889 bis 1917 vor dem Kloster stand. Seit dem 10. August 2008 zeigt der Staszic-Park dauerhaft Kędzioras balancierende Skulpturen, die an Seilen im Wind schwingen.

Der Baumbestand ist beachtlich alt: rund 1.300 Bäume im Staszic-Park, meist hundert Jahre und älter, und etwa 1.600 im Park 3. Mai, häufig über 130 Jahre. Neun von ihnen sind als Naturdenkmale geschützt. Im Park 3. Mai liegen außerdem die Tennisplätze des Klubs Victoria, zwischen 1922 und 1926 angelegt.

Anfahrt

  • Zu Fuß — der schönste Zugang führt vom Altstadtbereich die Marienallee nach Westen und dann geradeaus in die Sienkiewicz-Allee, die zwischen den Parks hindurch bis an die Klostermauern läuft.
  • Mit der Bahn — vom Bahnhof Częstochowa sind es etwa zwei Kilometer durch die Innenstadt, also rund eine Viertelstunde Fußweg.
  • Öffentlicher Verkehr — Busse und die Straßenbahn bringen Sie bis in die Innenstadt; die Parks selbst sind autofrei und werden zu Fuß erschlossen.
  • Mit dem Auto — von der Autobahn A1 und den in Tschenstochau zusammenlaufenden Nationalstraßen den Hinweisen zum Kloster folgen; Stellplätze gibt es an den umlaufenden Straßen.

Praktische Hinweise

Die Parks sind frei zugänglich und werden nachts geschlossen; eine Parkordnung gilt auf dem gesamten Gelände. Der Durchgang dauert eine Viertelstunde, mit Pavillons, Bergwerksstollen und Skulpturen füllt sich leicht ein halber Tag.

Am meisten Betrieb herrscht im August, wenn Fußwallfahrten das Kloster erreichen, und um die Marienfeste. Für einen ruhigen Besuch empfiehlt sich ein Wochentag oder der frühe Morgen. Die Museumspavillons haben eigene Besuchsregeln und sind teils montags geschlossen — ein Blick auf die Museumsseite lohnt sich vorher.

Anreise und praktische Infos

Lage
Częstochowa (Tschenstochau), Woiwodschaft Schlesien — zwischen Innenstadt und Kloster Jasna Góra, beidseits der Sienkiewicz-Allee
Fläche
11,8 Hektar mit der Allee: Staszic-Park etwa 5,45 Hektar, Park 3. Mai etwa 6,39 Hektar
Anlage
Stadtbeschluss 1843, Bepflanzung ab 1844, Abschluss 1847
Heutige Gestalt
Entwurf von Franciszek Szanior 1908 für die Ausstellung von 1909, bei der Sanierung 2006 bis 2008 wiederhergestellt
Schutzstatus
Denkmalregister gemeinsam mit Jasna Góra — Einträge vom 14. November 1947, 20. Dezember 1972 und 17. Februar 1978; seit 1994 innerhalb des Geschichtsdenkmals für das Klosterensemble
Zu besichtigen
Pavillon für Wechselausstellungen, ethnographischer Pavillon, Bauerngehöft, unterirdisches Museum des Eisenerzbergbaus und das frühere Observatorium „Zodiak“
Zeitbedarf
eine Viertelstunde zum Durchqueren, ein halber Tag mit Pavillons und Stollen
Aktuelle Öffnungszeiten und Tickets
Stadtmuseum Tschenstochau betreibt die Pavillons im Staszic-Park und informiert über die geltenden Besuchsregeln
Mapa: Google Maps · 50.8125, 19.1028

Wann am besten

Frühling

Solange das Laub fehlt, sieht man von den Wegen die Klosteranlage und die Pavillonfassaden gut. Blühende Kastanien und Linden machen den Spaziergang über die Marienallee zur schönsten Anreise.

Sommer

Der dichte Altbaumbestand gibt Schatten, der in der Innenstadt fehlt, und im Teich laufen die Springbrunnen. Gleichzeitig ist es die Zeit der Laubenkonzerte und des größten Pilgerbetriebs.

Herbst

Ahorn, Roteiche und Kastanie färben sich hier besonders kräftig, und die kühleren Tage sprechen für einen Abstieg in die Bergwerksstollen.

Winter

Ohne Laub treten Skulpturen und Pavillons hervor, und der Weg zum Kloster ist kurz und geräumt. Der Besuch verlagert sich dann in die Innenräume.

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Entfernungen in Luftlinie ab „Parks am Fuß von Jasna Góra (Parki podjasnogórskie)" — aus echten Koordinaten berechnet. Auf der Straße oft länger.

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