Woiwodschaft Schlesien — Von Förderschächten bis zu den Graten der Saybuscher Beskiden.
Eine Region, die sich nicht auf ein Bild bringen lässt: im Norden Kalkfelsen mit Burgruinen, in der Mitte Städte, die um Zechen und Hütten gewachsen sind, im Süden die Beskiden mit den Weichselquellen. Von Tschenstochau bis in die Nähe von Saybusch fährt man gut zwei Stunden — und sieht dabei drei völlig verschiedene Landschaften.
Was Sie vor der Reise wissen sollten
Die Woiwodschaft Schlesien misst rund 12 334 km² und gliedert sich in drei Streifen von Nord nach Süd. Ganz im Norden liegt ein Teil der Krakau-Tschenstochauer Jura mit Kalkhügeln, freistehenden Felstürmen und Trockentälern. Die Mitte nimmt das Schlesische Hochland ein, wo im 19. und 20. Jahrhundert rund um Kohlegruben und Hütten eine dichte Städtekette entstand. Der Süden gehört bereits zu den Karpaten: Schlesische, Kleine und Saybuscher Beskiden. Am höchsten ragt der Pilsko auf — der eigentliche Gipfel (1557 m) liegt jenseits der slowakischen Grenze, der höchste Punkt der Woiwodschaft erreicht 1534 m.
Den Jura-Teil erschließt die Adlerhorst-Route (Szlak Orlich Gniazd), ein rot markierter Fernwanderweg von etwa 164 km zwischen Krakau und Tschenstochau. Er verbindet Burgen, die im Mittelalter direkt auf Felsen gesetzt wurden. Die größte ist Ogrodzieniec in Podzamcze, eine der ausgedehntesten Burgruinen dieses Teils Europas. Nur einen kurzen Fußmarsch voneinander entfernt stehen Bobolice, in den letzten Jahrzehnten wiederaufgebaut, und Mirów, bewusst als Ruine belassen. Näher an Tschenstochau liegt die Burg von Olsztyn. Der gesamte Streifen ist als Landschaftspark geschützt, dazwischen liegen Höhlen und bekannte Kletterfelsen.
In Tschenstochau endet die Route unterhalb von Jasna Góra. Das Paulinerkloster mit der Schwarzen Madonna ist der wichtigste Wallfahrtsort Polens und wurde bereits 1994 zum Geschichtsdenkmal erklärt. Bastionäre Befestigungen, Basilika, Schatzkammer und Aussichtsturm lassen sich an einem Nachmittag ansehen; im August, zur Hauptwallfahrtszeit, sollte man mit großem Andrang rechnen.
Das Zentrum der Region lebt von seinem Industrieerbe, und zwar selbstbewusst. Die Route der Technikdenkmäler verbindet 40 Stationen: Zechen, Brauereien, Kraftwerke, Siedlungen und Eisenbahnwerkstätten. Am bekanntesten sind die Anlagen in Zabrze (Hindenburg) — die Zeche Guido mit Befahrung bis 320 Meter Teufe und der Stollen Königin Luise mit unterirdischer Bootsfahrt. Einmal im Jahr feiert die Route gemeinsam das Festival Industriada. In Tarnowitz wurde das ehemalige Blei-Silber-Zink-Bergwerk samt seinem unterirdischen Wasserwirtschaftssystem 2017 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen — das Ergebnis von drei Jahrhunderten Wasserbau und der erste Welterbe-Eintrag der Woiwodschaft. Die Kattowitzer Ziegelsiedlung Nikiszowiec ist seit 2011 Geschichtsdenkmal.
Ein eigenes Kapitel ist Pless (Pszczyna): eine aus einer älteren Burg umgebaute Residenz mit erhaltenen Innenräumen und weitläufigem Landschaftspark, seit 2021 ebenfalls Geschichtsdenkmal. In der Nähe weidet eine Schauherde Wisente, und der Marktplatz des Städtchens hat seinen alten Grundriss behalten.
Der Süden gehört den Bergen. Von der Barania Góra (1220 m) fließen die Weiße und die Schwarze Weichselquelle herab — zwei Quellbäche der Weichsel; das Schutzgebiet dort besteht seit 1959. Der höchste Gipfel der Schlesischen Beskiden, das Skrzyczne (1257 m), ist von Szczyrk aus mit der Seilbahn erreichbar. Im Winter konzentriert sich der Betrieb auf Szczyrk, Wisła, Ustroń, Istebna und Korbielów. Der Landschaftspark Saybusch von 1986 ist der älteste Landschaftspark der polnischen Karpaten. Als staatlich anerkannte Kurorte gelten in der Region Ustroń, Goczałkowice-Zdrój und Jastrzębie-Zdrój.
Diese Orte sollten Sie nicht verpassen
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Nikiszowiec (Nickischschacht)
Bergarbeitersiedlung von 1908–1919 in Kattowitz: neun Ziegelblocks, der Platz Wyzwolenia, die Annenkirche und ein Museum im früheren Waschhaus.
Mehr lesen →Bergwerk von Tarnowskie Góry (Tarnowitz)
Über 150 Kilometer Grubenbaue unter Tarnowitz in Oberschlesien, mit Schaubergwerk und Bootsfahrt im Stollen — UNESCO-Welterbe seit 2017.
Mehr lesen →Jasna Góra (Heller Berg)
Paulinerkloster mit der Schwarzen Madonna, umgeben von Bastionen des 17. Jahrhunderts und mit dem höchsten historischen Kirchturm Polens.
Mehr lesen →Sender Gleiwitz
Hölzerner Antennenturm von 1935 und Ort des fingierten Überfalls vom 31. August 1939. Heute Außenstelle des Museums Gliwice.
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Im Jura die beste Zeit für Felsen und Täler, solange das Laub die Aussicht noch nicht verdeckt. In den Beskiden liegt oben noch Schnee, tiefere Touren sind sicherer.
Hochsaison für die Untertage-Strecken — in den Gruben bleibt es unabhängig vom Wetter kühl. In den Bergen lange Tage und volle Hütten, im Jura Andrang an den bekannten Burgen.
Die Buchenwälder der Beskiden färben sich den ganzen Oktober über, die Luft ist klar und die Fernsicht von Skrzyczne oder Pilsko reicht weit. Tschenstochau ist deutlich ruhiger als im Sommer.
Ski in Szczyrk, Wisła, Istebna und Korbielów, Pferdeschlittenfahrten in den Tälern der Saybuscher Beskiden. Museen und Grubenstrecken laufen auch ohne Schnee.
Anreise und Wissenswertes
- Anreise
- Autobahnen A1 von Norden und A4 von West nach Ost, Schnellstraße S1 Richtung Beskiden und Bielitz; Flughafen Kattowitz-Pyrzowice, dichtes Bahnnetz im Ballungsraum
- Standortwahl
- Kattowitz und Gleiwitz für die Technikroute, Tschenstochau oder Ogrodzieniec für den Jura, Szczyrk, Wisła und Saybusch für die Beskiden
- Beste Reisezeit
- Mai und September im Jura, September und Oktober in den Bergen; Juli und August sind die Hauptwallfahrtsmonate in Tschenstochau
- Untertage
- In den Gruben ist es konstant kühl — warme Schicht und feste Schuhe mitnehmen, manche Strecken erfordern eine Voranmeldung
- Aktuelle Zeiten und Tickets
- regionales Tourismusportal der Woiwodschaft und die Seiten der einzelnen Anlagen
- Charakter der Region
- Kurze Wege, sehr unterschiedliche Landschaften an einem Tag erreichbar, guter Nahverkehr im Ballungsraum, schwächer in den Bergen
Wie weit zu den Sehenswürdigkeiten
Ungefähre Entfernungen (Luftlinie) vom Zentrum Woiwodschaft Schlesien — aus echten Koordinaten berechnet. Auf der Straße ist es oft weiter.
- Nikiszowiec (Nickischschacht)
- ~12 km vom Zentrum Woiwodschaft Schlesien (Luftlinie)
- Bergwerk von Tarnowskie Góry (Tarnowitz)
- ~16 km vom Zentrum Woiwodschaft Schlesien (Luftlinie)
- Sender Gleiwitz
- ~22 km vom Zentrum Woiwodschaft Schlesien (Luftlinie)
- Jasna Góra (Heller Berg)
- ~54 km vom Zentrum Woiwodschaft Schlesien (Luftlinie)
Wo liegt Woiwodschaft Schlesien
Häufige Fragen — Woiwodschaft Schlesien
Was lohnt sich in der Woiwodschaft Schlesien zu sehen?
Wo findet man eine Unterkunft in der Woiwodschaft Schlesien?
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