Drei Siedlungen übereinander
Der Hügel im Osten des Dorfes Trzcinica heißt seit langem Wały Królewskie, „Königswälle“, denn die Wälle sind ohne Grabung zu sehen. Darunter liegen drei Siedlungsphasen übereinander, und genau diese Schichtung macht den Ort zu einem der wichtigsten archäologischen Fundplätze Polens.
Die älteste Phase reicht von 2100 bis 1650 vor Christus, als eine Gruppe der Mierzanowice-Kultur den Hügel besetzte. Zwischen 1650 und 1350 vor Christus lebten hier Menschen der Otomani-Füzesabony-Kultur — die erste Siedlung dieser Kultur, die auf polnischem Gebiet erkannt wurde, mit Funden, die auf Handelsverbindungen bis zum Balkan und nach Anatolien verweisen. Daher der Name: Der Archäologe Jan Gancarski begründete ihn mit diesen Fernkontakten und der Fülle der Schichten.
Mehr als hunderttausend Fundstücke kamen aus den Grabungen — Keramik, Werkzeug, Schmuck. Manche Formen waren in Polen vorher unbekannt.
Eine slawische Burg am Rand des Piastenreichs
Um 780 errichteten Slawen auf dem Hügel eine mehrteilige Burg von über drei Hektar, umgeben von rund 1250 Metern Wall. Die älteste Bauphase ließ sich dendrochronologisch auf die 770er Jahre datieren — eine für das Frühmittelalter seltene Präzision.
Im 10. Jahrhundert brannte die Burg ab und wurde kleiner wieder aufgebaut; genutzt wurde sie noch in den ersten Jahrzehnten des 11. Jahrhunderts. Im Hauptteil versteckte man damals einen Hortfund skandinavischen Silbers. Das Ende verbinden die Forscher mit der Krise des frühen Piastenstaates und den Kämpfen um die Grenzregion um 1030. Danach lag der Hügel neunhundert Jahre leer.
Die Befestigungen gelten als eine der besterhaltenen slawischen Anlagen in diesem Teil Europas.
Von der Grabung zum Museum
Gegraben wurde in den Kampagnen 1991–1997 und 2005–2009. Die Idee eines Museums am Fundort entstand 1998, ein Jahr später begannen die Formalitäten; Initiator war Jan Gancarski, Direktor des Karpatenmuseums in Krosno und langjähriger Erforscher der Wallburg.
Finanziert wurde das Vorhaben wesentlich aus dem Finanzmechanismus des Europäischen Wirtschaftsraums; den Rest trugen die Woiwodschaft und die Gemeinden. Gebaut wurde von Oktober 2007 bis Oktober 2009.
Die Eröffnung war für Juli 2010 geplant. Am 4. Juni 2010 zerstörte ein Hochwasser große Teile der fertigen Anlage; die Aufräumarbeiten begannen am nächsten Tag. Eröffnet wurde der Park schließlich im Juni 2011.
Was zu sehen ist
- Rekonstruierte Wälle — über 150 Meter, errichtet nach dem Befund der Grabungen
- Zwei Tore — eines aus der Bronzezeit, eines aus dem Frühmittelalter
- Bronzezeitliches Dorf — Hütten, Werkstätten und Hausrat der Otomani-Kultur
- Slawisches Dorf — zweite Rekonstruktion am Fuß der Wallburg
- Ausstellungspavillon — Originalfunde, ein Film über den Fundplatz, Konferenzraum
- Kinderraum — Mitmachprogramm statt Vitrinen
- Der Wall selbst — ein Weg über die originalen Erdwerke mit Blick ins Ropa-Tal
Anfahrt
- Mit dem Auto — Trzcinica liegt westlich von Jasło an der Straße nach Biecz, das Museum ist ausgeschildert
- Mit der Bahn — nächster Bahnhof ist Jasło, weiter mit dem Regionalbus oder Taxi
- Mit dem Bus — Regionalbusse von Jasło in Richtung Biecz halten in Trzcinica
- Mit dem Fahrrad — von Jasło eine kurze, aber hügelige Strecke über das Vorgebirge
Praktische Hinweise
Beginnen Sie im Pavillon und mit dem Film, nicht auf dem Wall. Ohne diese Einführung bleiben die Rekonstruktionen hübsche Hütten; mit ihr versteht man, warum dieser Hügel in viertausend Jahren dreimal gewählt wurde.
Der Park liegt vollständig im Freien und zieht sich über einen Hang, Wetter und festes Schuhwerk zählen also. Im Sommer finden Vorführungen experimenteller Archäologie und Lager von Reenactment-Gruppen statt — dann ist am meisten zu sehen und am meisten Betrieb.
Im Dorf selbst lohnt die hölzerne Dorotheenkirche aus dem späten 15. Jahrhundert mit Renaissance- und Manierismusmalerei; sie liegt an der Route der Holzarchitektur. Jasło ist eine Viertelstunde entfernt, Krosno gut eine halbe Stunde.
Anreise und praktische Infos
- Lage
- Trzcinica, Gemeinde Jasło, Woiwodschaft Karpatenvorland — westlich der Stadt Jasło
- Was es ist
- archäologischer Park mit Rekonstruktionen, Zweigstelle des Karpatenmuseums in Krosno
- Wallburg
- über 3 ha, Wälle von etwa 1250 m Länge, drei Siedlungsphasen
- Datierung
- Bronzezeit ab 2100 v. Chr., slawische Burg ab etwa 780 n. Chr.
- Schutzstatus
- archäologischer Fundplatz im Denkmalregister der Woiwodschaft Karpatenvorland
- Zeitbedarf
- zwei bis drei Stunden für Pavillon, beide Dörfer und den Wallweg
- Aktuelle Öffnung und Tickets
- Website des Freilichtmuseums Karpacka Troja
Wann am besten
Die Wälle sind jetzt am besten lesbar, das Gras ist noch kurz und vom Grat reicht der Blick über das ganze Tal.
Hauptsaison mit Werkstätten und Handwerksvorführungen; am offenen Hang gibt es praktisch keinen Schatten.
Die ruhigste Zeit für einen Besuch, und das Vorgebirge färbt sich rostrot und golden.
Das Programm ist eingeschränkt, doch unter Schnee tritt das Relief der Erdwerke deutlicher hervor als sonst.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Woiwodschaft Karpatenvorland
Entfernungen in Luftlinie ab „Karpacka Troja in Trzcinica" — aus echten Koordinaten berechnet. Auf der Straße oft länger.
Übernachten in der Nähe
Wir arbeiten an einer Liste geprüfter Unterkünfte in der Region Woiwodschaft Karpatenvorland. Wenn Sie eine Pension, ein Ferienhaus oder ein Apartment in der Umgebung betreiben — melden Sie es an.
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