Geschichte des Zarenpalastes
Der Zarenpalast in Białowieża entstand in den Jahren 1889–1894 auf Initiative von Zar Alexander III. als Jagdresidenz für den russischen Hof. Aus Holz, im Stil des modernen russischen Klassizismus, hatte er über 120 Zimmer, einen Ballsaal, eine orthodoxe Kapelle und Infrastruktur für den Hof (Ställe, Küchen, Personalwohnungen). Der Palast war von einem Landschaftspark mit zahlreichen Pavillons, Orangerien und Gärten umgeben.
Die Zaren kamen hierher zur Wisentjagd — die Białowieża-Jagden des 19. Jahrhunderts waren gigantisch (mehrere hundert Personen, Dutzende erlegter Tiere). Nach dem Ersten Weltkrieg ging der Palast in den Besitz des polnischen Staates über und diente als Präsidentenresidenz (Mościcki war hier zur Jagd). 1944, beim Rückzug der deutschen Truppen, wurde der Palast absichtlich niedergebrannt — eines der größten Holzgebäude des Vorkriegspolens verschwand binnen weniger Stunden.
Was heute erhalten ist
- Einfahrtstor von 1894 — steinern, charakteristisch zweiflügelig, heute Haupteingang zum Park
- Zaristisches Wachhäuschen am Tor — ursprünglich ein Wächterhaus, heute bisweilen Wechselausstellungen
- Landschaftspark — Alleen, Teiche, der Baumbestand größtenteils original (Linden, Eichen aus der Zarenzeit)
- Palastfundamente — im Gras markierte Umrisse, die die Größe des ursprünglichen Baus erkennen lassen
- Orthodoxe Kirche am Park — aus Holz, aus der Zarenzeit, bis heute aktiv (orthodoxe Pfarrei)
Natur- und Forstmuseum
Das Natur- und Forstmuseum BPN befindet sich in einem modernen Gebäude tief im Park, in seiner heutigen Form 2007 eröffnet. Die Ausstellung ist multimedial: Filme, Dioramen, Klanginstallationen, die den Wald nachahmen, lebensgroße Tiermodelle. Drei Hauptbereiche: Entstehung und Geschichte des Urwalds, Flora und Fauna, Ökosystem und Schutz.
Der stärkste Punkt: ein multimedialer Überblick über den Tagesverlauf im Wald — in einem Saal kann man beobachten, wie sich Klang und Licht des Waldes von der Morgendämmerung bis zur Nacht verändern. Für Kinder — interaktive Stationen zum Erkennen von Tierspuren, Vögeln und Baumarten. Tickets etwa 12 zł Erwachsene, 6 zł Kinder, ganzjährig geöffnet.
Was sich noch lohnt
Der Schlosspark ist auch einfach der schönste Spaziergang in Białowieża. Über die Alleen, zwischen zaristischen Linden, gelangt man zur St.-Nikolaus-Kirche (aus Holz, orthodox, von 1895), zum Jagdobelisken (zum Gedenken an Alexander III.) und zum Ufer der Narewka (dem durch den Park fließenden Fluss).
Abends kann der Park magisch sein — Laternenlichter spiegeln sich in den Teichen, originale zaristische Bänke aus Metall, im Sommer der Duft der Linden. Der Eintritt in den Park ist kostenlos, ganzjährig rund um die Uhr zugänglich. Ein Ticket ist nur für das Museum nötig.
Anreise und praktische Infos
- Eintritt in den Park
- kostenlos, rund um die Uhr
- Ticket fürs Museum
- ~12 zł Erwachsene, ~6 zł Kinder
- Adresse
- Park Pałacowy 11, Białowieża
- Besichtigungsdauer
- Park 1 Std., Museum 1,5 Std.
- Parkplatz
- kostenlos am Tor
- Saison
- ganzjährig
Wann am besten
Mai — blühende Linden, Fliederreihen, frisches Grün. Ideale Zeit.
Baumschatten, kühl. Abendspaziergänge bei Sonnenuntergang.
Oktober — goldene Alleen, die schönsten Farben der Linden und Eichen.
Verschneiter Park, Stille, wenige Touristen. Magie.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Białowieża
Entfernungen in Luftlinie ab „Schlosspark und Museum" — aus echten Koordinaten berechnet. Auf der Straße oft länger.
Übernachten in der Nähe
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